The Power of Choice

Drei Tage Retreat am Möhnesee – ein Erfahrungsbericht

Vom 7. bis 9. November 2025 trafen wir uns am Möhnesee im Sauerland zu einem intensiven Workshop rund um die Wim Hof Methode. Drei Tage Atmungstraining, Naturerlebnis und Eisbaden – eingebettet in eine Gemeinschaft, die von gegenseitiger Wertschätzung und offenem Austausch geprägt war.

Doch was macht ein solches Wochenende wirklich aus? Lassen wir einen Teilnehmer selbst zu Wort kommen.

Erfahrungsbericht von Kai

„Ein Wochenende atmen“…

…das war meine Antwort, wenn ich kurz vor diesem Wochenende im November gefragt wurde, was ich denn da mache, an diesen 3 Tagen Wim Hof Intensiv am Möhnesee. Natürlich wusste ich, welche Reaktionen meine Antwort hervorrief und im Grunde hatte ich natürlich auch eine Ahnung davon, was mich erwarten würde und das das mehr ist als „nur“ atemn.

Ich hatte im Dezember 2024 mein 1-tägiges „Einsteiger-Seminar“ in die Wim-Hof-Atmung und in das Eisbaden gemacht. Damals wusste ich wirklich überhaupt nicht, was mich erwarten würde. Ich kannte einen der beiden (kongenialen!!!) Instruktoren – Martin Zeitz – aus meinem beruflichen Kontext und bin irgendwann auf LinkedIn darauf gestoßen, dass Martin jetzt „Wim-Hof-Instructor“ ist. Ich wusste weder, wer Wim Hof ist, noch wie diese spezielle Atemtechnik abläuft und von „Verrückten“, die im Winter in den See steigen, hatte ich nur in diversen Kanälen im Internet mal ab und an ein Video gesehen.

Trotzdem war ich neugierig und hatte schon damals das Gefühl, es könnte mir gut tun, mich mal ein bisschen mehr um mich zu kümmern und vielleicht würde ja richtiges atmen helfen.

Und so fand ich mich 11 Monate nach meiner Initialzündung in einer wunderschönen Remise am Möhnesee wieder, liegend auf einer Yogamatte, mit 14 anderen „Verrückten“, Kerzenschein und der Duft von Palo Santo in der Luft, die Klänge von „The Power is here now“ (Alexia Chellun) und die Stimmen der Instruktoren, die immer wieder sagten „Tief ein…. und letting go“.

Ein Motto oder Leitmotiv der Wim Hof Technik lautet „Feeling is understanding“ und das trifft es 100%. Es ist schwer zu beschreiben, was diese intensiven Atemsessions mit einem machen und vermutlich ist es bei jedem auch etwas anders, aber man muss es einfach „fühlen“, um es zu „verstehen“.

Wenn man 90 Minuten eine Atem-Runde nach der anderen macht und am Ende jeder Teilnehmer dachte, das Ganze hätte maximal 20 Minuten gedauert, dann erlebt man, was „sich fallen lassen“ bedeutet. Bei mir sind es sehr intensive körperliche Reaktionen, andere haben visuelle Erlebnisse. Das wichtigste aber war, dass wir alle das Vertrauen hatten, es zulassen zu dürfen. Selten habe ich mich so aufgehoben und sicher gefühlt, wie in diesen Momenten und auch wenn einen die Emotionen überkommen und man (scheinbar?) grundlos losheult; die Instruktoren waren immer in der Nähe, man hörte das „Ich sehe dich“ und wusste, dass man gesehen und aufgehoben war. Eine Erfahrung, die mich immer noch nicht loslässt.

„Loslassen“ ist übrigens ein weiteres Leitmotiv, dass uns immer wieder in verschiedenen Situationen begegnet ist. Man muss sich darauf ein- und loslassen und gerade in der Eistonne (ein weiteres Element der Wim Hof Technik), mit einer Wassertemperatur von 2 Grad und dem Ziel 2-3min darin auszuhalten, merkt man körperlich: dagegen ankämpfen ist sinnlos (Instructor Stefan würde sagen: „Die Kälte gewinnt am Ende immer!“); man muss loslassen und seinem Körper vertrauen, dass er es schafft. Und an einem November-Sonntagmorgen mit 14 anderen für 10 Minuten in einem 9 Grad kalten See zu stehen, ist einfach nur unglaublich schön.

Ich habe während dieser 3 Tage viel über mich gelernt, unglaublich liebenswerte und interessante Menschen kennengelernt und bin sehr gespannt auf den Brief, den ich mir während des Seminars selber geschrieben habe und der irgendwann bei mir im Briefkasten liegen wird.

Die beiden Instruktoren Martin und Stefan haben uns während dieser 3 Tage begleitet, inspiriert und uns die Sicherheit und den Raum gegeben loszulassen und zu fühlen.

Heute gehe ich jeden Sonntag um 08:00 mit anderen Verrückten während der Wintermonate in den See (ja, dazu gehört echtes „commitment“) und jeden Morgen um 05:30 liege ich in meinem Arbeitszimmer auf meiner Yogamatte, höre meine spezielle Playlist und mache 3 Runden Wim Hof Atmung. Dann dehne ich mich, mache Kaffee und starte frisch in den Tag.

Manchmal wird man komisch angeschaut, wenn man von seinem „breathwork“ erzählt, aber mittlerweile bin ich mir sicher: nicht ich bin „verrückt“, sondern vielleicht die anderen, die sich nicht diese kleine Auszeit gönnen, sich nur auf sich und das zu fokusieren, was einem gut tut.

Kai S., 54 Jahre, verheiratet, 2 Kinder